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Die Hofhaltung zu Hamburg

Es erging die Einladung an ausgewählte Gäste der Hansestadt dabei zu sein, wenn der Hamburger Fürst und Ahn des Clans der Gelehrten Sayid ibn Abadin ibn Palamedes ibn Troilus nun nach mehr als einem Jahr nach seiner Machtübernahme Hof halten würde.

Die anwesenden Gäste hatten schon vorher kein leichtes Los, mussten sie doch bei der Amtsharpyie der Domäne Hamburg vorher ihren gesellschaftlichen Wert und Nutzen unter Beweis stellen.

Und so kamen die handerlesenen Glücklichen mit reichlich exquisiten Geschenken zu einem Abend, der ihnen noch alle lange im Gedächtnis bleiben soll.

Der Fürst lud ein zu einem Abend, wie ihn noch kaum jemand erlebt haben dürfte. Statt schnöder Räumlichkeiten präsentierte er seinen Bürgern und Dauergästen ein arabisches Zelt, gehüllt in rot glühendem Licht und überladen mit Kerzen und Kissen, die zum Verweilen einluden. (Zum OT-Bericht mit Bildergalerie)

Und nicht nur, dass die Sinne überreizt wurden, überschlugen sich dann auch noch die Ereignisse.

Carlos Oswald, degradiert als Kind, wurde von seinem Ahnherren wieder in den Stand eines Neugeborenen erhoben.

Danach rief der Fürst einen jeden Dauergast der Domäne dazu auf, ihm nun endlich ein Angebot für die Bürgerschaft zu unterbreiten. Und sie kamen alle und zahlten einen hohen, vielleicht überteuerten, Preis und schworen den Eid, der sie auf ewig an diesen Gelehrten und an Hammonia bindet.

Kaum war jeder unter seine Knechtschaft gebracht, ließ der Fürst verlauten, dass es nun endlich an der Zeit sei, den Ämtern der Domäne ein Gesicht zu verleihen. Er machte seinen Bürgern das Angebot, sich abzusprechen, wer ihnen als geeignetsten erscheinen möge. Nun denn: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selbst! Und so entschieden die Bürger. Doch bevor der Herr der Ländereien die Ämter mir Namen versehen konnte, erbat sich seine Harpyie Zeit für ein Urteil.

Roxane la Blanche sprach ihren Richtspruch über jeden Anwesenden und die schallenden Ohrfeigen sausten danieder auf einen jeden und nur für die wenigsten gab es gute Worte.

Die Worte waren erst gerade verklungen, da sprach der Herr des Abends auch schon sein Urteil für die Ämter:

Kris Wolf, vom Geblüt der Könige, zum Vogt ernannt. Und die Rose Gaspar D’Ieteren erhielt die Aufgaben des Hüters der Elysien. In diesem Atemzug wurde sogleich der Boden des Wu Dao zu den heiligen elysialen Feldern geweiht und die St. Immanuel Kirche auf der Veddel zum Atrium ausgerufen.

Scheinbar hatte dieses den Seneschall und Ancilla von Anckelmann in Rage gebracht. Wutentbrannt verließ er die Bühne und er brauchte einige Momente um sich wieder zu fangen, stand er seinem Tier doch in diesem Moment sehr nah.

Aber dieses sollte noch nicht alles sein, was die Anwesenden an diesem Abend erwartete.

Die Domäne bestand nun aus Bürgern, die Ämter waren besetzt und die Urteile waren gesprochen, da erhob sich der Fürst ein weiteres Male und forderte seine Bürger auf, dieses ebenfalls zu tun. Im Zorn verkündete er, dass es einen Angriff auf ihn, auf Hammonia und auf jeden Einzelnen in diesem Raum gab. Die Nosferatu hatten ihm in einem Schreiben den Krieg erklärt, würde er nicht kapitulieren und den Verborgenen die Stadt übergeben. Dabei redete sich der passionierte Gelehrte so sehr in Rage, dass der Zorn auf seine Bestie übersprang und sein Ancilla nur mit Müh und Not den rasenden wieder unter Kontrolle bekam. Welch glückliche Fügung für einen jenen, wären sie doch schneller dem Erdboden gleichgemacht worden, als ihnen lieb gewesen wäre. Niemand will einen Alten erleben, der die Kontrolle über sich verliert. Sie sind statische Formationen aus Stein geschlagen, doch haucht man ihnen ein My der Gefühlsregung ein, beginnen zu wanken und reißen alles mit sich hinfort, was sich ihnen in den Weg stellen mag.

Sie befanden sich nun also im Krieg. Eine Nachricht, mit der niemand an diesem Abend gerechnet hatte. Aber es erklärte so vieles, was in Vergangenheit geschehen war. Das erste Turnier zu Hamburg vom Mai ergab nun schlagartig Sinn. Es hatte nicht zur Unterhaltung der Obrigkeit gedient, nein es war da schon ein Kräftemessen, ohne dass die Teilnehmer davon einen Hauch einer Ahnung gehabt hätten. Welch grausige Erkenntnis!

So lähmte es die Einen und stachelte die anderen umso mehr an. Der Fürst seinerseits lag mit seinem Seneschall und seiner Harpyie nun auf den Kissen und betrachtete die Jungen, wie sie wie aufgescheuchte Hühner umherirrten und versuchten, die Lage zu sondieren.

Und dann zog sich dieses Wesen, welches seinen Gästen an diesem Abend einen ersten Vorgeschmack auf seine Wut gegeben hatte, wieder zurück und ließ seine Bürger in der grauenhaften Gewissheit zurück, dass sich nun ihrer aller Existenz ändern würde….

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