Ein zu hoher Preis

Aus der Vergangenheit lernen, um sich für die Zukunft zu rüsten. So oder so ähnlich hatte Melina Fielding ihr Debüt in der Hamburger Gesellschaft geben wollen. Die Gangrel hatte die Hamburger Gesellschaft in einen nahe gelegenen Wald im Hamburger Süden eingeladen. In einem Zelt sollten sich alle versammeln und als Gastgeschenk forderte die Wanderin nicht weniger als eine persönliche Geschichte. Die Gesellschaft sollte urteilen, ob der gezahlte Preis angemessen wäre.

Und wann immer sich Bestien versammeln um intime Details aus der Vergangenheit preiszugeben, sind der Zorn und die Wut nicht weit. Kaum ward der Abend eröffnet, erzähle die Rose Louis über seinen Erschaffer Lysander. Mit weitreichenden Folgen. Die sonst so beherrschte Ventrue Roxane la Blanche wurde wütend und jagte Louis in die schwarze Nacht hinaus. Die beiden prügelten sich über den Waldboden und der Rest der Anwesenden wurde unruhig. Kaum hatte die Gastgeberin die beiden Querulanten wieder besänftigt und mithilfe von Pflöcken eingefangen, ging sich das nächste Paar an die Gurgel. Dieses Mal waren es die Rose Gaspar und die Wanderin Blake O’Neill. Es hätte ein schöner Abend voller vergangenen Geschichten werden können, aber die Gäste zeigten kein Erbarmen. Keine Erinnerung konnte preisgegeben werden, ohne nicht mit Hohn und Spott übersäht zu werden. Die Bilanz des Abends: Louis in Blutstarre, Blake in Pflockstarre, Roxane ohne Kehle, Gaspar verzweifelt, Cardrich wieder kurz davor seine Fasson zu verlieren, ein Tremere, der nichts preisgegeben hat, aber nun vieles weiß und eine vollkommen erzürnte Gastgeberin, die sich ihr Debüt sicherlich anders vorgestellt hatte. Die Feinde lachen und fragen sich, wofür sie der Hamburger Gesellschaft den Krieg erklärt haben, wenn diese sich doch so formidabel selbst auseinanderzunehmen weiß.

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