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Im Siegestaumel kann man straucheln

Mit dem Leben ist es, wie mit einem Theaterstück:
es kommt nicht darauf an, wie lang es war,
sondern wie bunt.

Es ist schon ein Beweis tiefster Überzeugung wenn ein Duellant für seinen Kontrahenten eine Trauerfeier ausrichtet, obwohl dieser noch gar nicht den letzten Atemzug getan hat.
So lud Herr Macellarius von Haus und Clan den Hamburger Hof und seine Gäste zu einer Trauerfeier der besonderen Art ein.

Sie alle sollten zusammenkommen und im Andenken des Herrn Krämer von seinen großen Taten berichten. Dass niemand dazu geneigt war, schien den Gastgeber nur wenig zu stören.
Er kündigte sogar am Anfang des Abends an, dass Herr Krämer sich in dem Sarg befinden würde, den er extra herangeschafft hatte, so dass dieser auch alles mitbekommen würde. Nun, dieser Umstand ließ die ersten Gäste stocken, würde sich doch niemand einfach trauen, ein Mitglied der Gesellschaft zu entführen. Die Toreador sollten Abhilfe schaffen und diese Frage beantworten. Es stellte sich heraus, dass wohl einiges Hab und Gut dieser Person im Sarg lag.

Sogleich diskutierten die Geladenen darüber und schließlich ersteigerte ein Kind den vermeintlichen Leichnam für lächerliche drei kleine Gefallen. Nun, es mag wenig wundern, dass ausgerechnet das ehemalige Mündel des Herrn Krämer so erpicht darauf war, diesen zu ersteigern.

Aber nicht nur Versteigerungen sollte es an diesem Abend geben.

Die Gäste durften ebenfalls davon Zeuge werden, dass der Fürst durch Madame la Blanche, die sich sogleich als erste Bürgerin der Stadt vorstellte, mitteilen ließ, dass Eva Eisenwagen, ehemalige Gefolgsdame des Herren, fortan nicht länger die Privilegien und Pflichten als Teil des Hofstaates genießen darf.

Neben einigen Diskussionen und Zurechtweisungen zählt dieser Abend eher zu den ruhigeren der Hansestadt. Einzig die Tatsache, dass die alte Feindschaft zwischen den Familien der Hexer und des Zepters angesprochen wurde, brachte Aufruhe in die Gemüter der beiden Angehörigen. Schließlich wurde spekuliert, ob nicht der Fürst selbst, ein ganz perverses Spiel mit der gewachsenen historischen Hamburger Feindschaft spielen würde und es kein Zufall sei, dass ausgerechnet zwei dieser Familien zu den Duellanten ernannt wurden. Schließlich beendete Fräulein Lieblich, ebenfalls Teil von Haus und Clan, den Abend für ihren Clanbruder, indem sie ihn auf ein sehr nettes Gespräch unter vier Augen bat.

Ein Umstand, der einigen Gästen wohl eher gelegen kommen dürfte.

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